Trägermaschine für künftigen Weltraumtourismus startet zu ihrem ersten Flug
Ende Juli 2008 wurde der Träger „Eve“ der Weltöffentlichkeit präsentiert und flog am 21. Dezember erstmalig ins All. Das aus Kohleverbundfasern gefertigte Flugzeug trug zunächst den Namen „WhiteKnightTwo“, ehe Virgin-Galactic-Gründer Richard Branson es zu Ehren seiner Mutter in „Eve“ umbenannte, und gilt Herstellerangaben zufolge als das größte dieser Art weltweit. Es startete am Sonntagmorgen in der kalifornischen Mojave-Wüste und landete eine Stunde später ohne Zwischenfälle auf dem Mojave Air and Space Port(MHV). Später soll die Trägermaschine den Transport des „SpaceShipTwo“(SS2) übernehmen, in dem ab voraussichtlich ab 2010 Hobbyastronauten ins All fliegen können.
Das Trägerflugzeug ist mit einem Doppelrumpf und vier Turbofan-Triebwerken(Pratt&Whitney PW308A) ausgestattet, seine Spannweite beträgt knapp 43 Meter. Es wird in der SS2-Kapsel zunächst 8 Insassen auf eine Höhe von rund 16 000 Metern befördern. Dabei gegen 2 Piloten mit 6 Virgin-Galactic-Kunden auf die Reise. Im Weltall angekommen, klinkt sich das Raummodul dann aus, um mit Raketenantrieb weiter Richtung Universum zu beschleunigen. Die Fluggeräte werden von Mitarbeitern der Firma Scaled Composites, deren Vorsitz der Luft-und Raumfahrtingenieur Burt Rutan innehat, gebaut. Hier entstanden auch die Vorgängermodelle „SpaceShipOne“ und „WhiteKnight“, die Scaled Composites im Jahr 2004 den Ansari X-Prize und damit 10 Millionen US-Dollar einbrachten.
Für seine 200 000 US-Dollar teuren Raumflüge konnte Virgin Galactic eigenen Angaben zufolge bereits mehrere hundert verbindliche Buchungen entgegennehmen, und mehrere 10 000 Menschen sollen Interesse an dem mehrstündigen Flug bekundet haben. Der Spaceport America in Las Cruces New Mexico wird als Abflugort dienen, die US-Luftfahrtbehörde FAA(Federal Aviation Administration) hat ihm die Lizenz als ersten privaten Weltraumbahnhof ausgestellt. In Zukunft will Virgin Galactic seine Space-Touristen aber auch von anderen Orten aus ins All befördern. Im Gespräch ist u.a. die Stadt Kiruna in Nordschweden, wo das Esrange Space Center der Swedish Space Corporation(SSC) seinen Sitz hat. Das Center ist ein Raketenstartplatz mit Kontrollzentrum und soll zum „Spaceport Sweden“ ausgebaut werden.

